Heute fand ich den “Gemeindebrief” unseres Stadtteils in unserem Briefkasten.

Ich habe zwar mit der Kirche nicht viel am Hut, dennoch fällt einem etwas auf, wenn man das “Fanzine” in den Händen hält.

Was schreibt der da? Fanzine? Wieso Fanzine?

Ja, richtig gelesen: Fanzine.

Damals, als ich noch jung war, da gab es diese Art von Mitteilungsblatt doch in vielen Underground-Musikbereichen.
Heute würde man vielleicht denglisch sagen: es waren “special interest Magazine”.

Ich weiß noch, dass beispielsweise EMP – oder auch einfache Fans der Musik als Autoren – diese Art der kopierten und zusammengetackerten Blätter nutzten, um Werbung zu machen oder einfach über ihre Lieblingsmusik zu schreiben.
Ich habe es geliebt – und liebe es heute immer noch – wenn es das denn in der Form noch vermehrt geben würde. Mir jedenfalls fehlt dieses spartanische Liebhaber”heftchen”. Heute findet man alles nur noch im Hochglanz gedruckt – oder online als PDF-Datei zum Download.

Genau die beschriebene Art der Fertigung hat doch den Reiz ausgemacht, hat gezeigt, dass der Macher mit Herzblut dabei ist.

Auf Schreibmaschine – oder altem 468er PC – geschriebene Stories und Interviews, ausgeschnittene und zusammengeklebte Logos – DAS war Kult!
Wir selbst arbeiten als Agentur natürlich heute auch digital, arbeiten mit Werbeagenturen und Grafikern zusammen, die genau diesen modernen Ansatz des Hochglanzes umsetzen.
Im Unternehmensbereich ist das ja eigentlich auch gut – zumindest ab einer gewissen Unternehmensgröße. Ja, wir predigen den Unternehmen sogar diese Form der Außenarstellung zu nutzen, um nicht unprofessionell zu wirken.

Es gibt dennoch ein großes AAAAAABER.

Dieses – mir thematisch eigentlich uninteressante – Kirchen-Fanzine hat etwas in mir wieder erweckt.
Ich habe es mir sogar aufgrund der Machart zumindest einmal angesehen und durchgeblättert.
Als Hochglanzmitteilung hätte ich es wohl sofort in den Müll geworfen, denn an eine Druckerei kann man solche Dinge immer schnell schicken und maschinell drucken lassen.

Bei diesen kopierten und mit Heftklammern unförmig zusammengbauten Blättern allerdings weiß man, dass ältere Damen und Herren einer Kirchengruppe sich viel Mühe gegeben haben, um ihrer Gemeinde und deren Interessenten diese Mitteilungen zu ermöglichen.
Und dieser Arbeit gebührt Respekt, denn, als ehemaliger Fanzine-Macher, weiß man um die Mühen und dem in das Produkt vergossene Herzblut.

Insofern bleibt auch beim “Kunden” der Eindruck haften: weniger ist manchmal tatsächlich mehr!

Immer wieder fällt es auf, dass Großunternehmen suboptimal (re)agieren, wenn es um Krisen geht.

Wiesenhof macht nach der WDR-Attacke trotz einer großen PR-AG im Rücken (die sich ebenfalls nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat) etliche essentielle Fehler in Kommunikation und Außendarstellung.
Ein wenig eher aber bekommt Nestlé mit seiner Marke Nespresso sein Fett weg.

Die Anschuldigungen an die Marke werden deutlich herausgestellt – und Nestlé will einfach nur das Video verbieten lassen. Das hier erfolgte negative Campaigning stellt eine eindeutige Krise dar, die auch als solche behandelt werden sollte.

Aber ein einfaches “wir lassen es verbieten” reicht definitiv einfach nicht aus.
Auch hier würde man sich eine durchdachtere Krisenkommunikation wünschen, denn auch in diesem Fall kann man bereits im Vorfeld agieren und nicht erst dann reagieren, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist.
Die PR-Abteilung des Riesen ist gefragt die negativen Bestandteile dieser Kampagne in ein positives Image zu transferieren, was aber leider verfehlt wurde.

Schade.

Hen

QR – wer?

Viele Agenturen arbeiten mittlerweile mit QR-Codes für ihre Marketing-Ideen.
Huch, wer hat da gefragt, was QR-Codes sind?
Nun, QR-Codes sind quadratische Pixelwürfel, die mittels eines Generators Texte, Weblinks, Telefonnummern etc. beinhalten können. Individualisiert in Größe und Inhalt können diese Grafiken dann in entsprechenden Werbeideen verwendet werden.

Beispiel gefällig?

So sieht ein QR-Code aus:

QR-Code mit Verlinkung auf die URL www.henneundei.de

Diese Codes können dann mit einem Barcode-Scanner ausgelesen und sofort genutzt werden. Viele Smartphones bieten diese Scanner als Apps bereits an und lassen speziell in dieser Zielgruppe einige Möglichkeiten im Marketing zu. Gerade Kampagnen lassen sich damit wunderbar umsetzen, wie folgender Film der UNICEF zeigt. Toll!

Egg

Der Werbe Super-Bowl

Super Bowl, das Mega-Event. Auch von den Preisen für die Werbenden. Ein Werbespot kostet gut und gerne 3.Mio Dollar. Somit darf auch der Spot selber etwas exklusiver sein. In diesem Jahr waren es vor allem die Autohersteller die ganz vorne mit dabei waren. Die Botschaften, nett verpackt mit Witz und Charme, waren jedoch allesamt an das Event angelehnt. Und das Gute: Somit auch für das virale Marketing nutzbar gemacht. Nicht das die Werbeerstellung einfach in 30 sek. verpufft. Und es sind einige Spots dabei, die nunmehr seit Sonntag die Viralen Charts dominieren. Welche? Dann einfach mal schauen. Unseren Favoriten haben wir auch schon gekürt. Kommt doch das Auto aus der gleichen Stadt wie wir :

Weit abgeschlagen, zumindest was die Zugriffszahlen auf youtube angehen, kommt Chrysler

Aber auch Audi hat es sich nicht nehmen lassen, beim Super Bowl zu werben

Aber wo ein Auto, da auch ein Reifen… Oder gar zwei

Aber die alten Rivalen dürfen dann auch nicht fehlen

Wenn man nur immer Super Bowl in der Werbung wäre!!!

“I want a divorce!” (zu deutsch: “Ich lasse mich scheiden!”) trifft jeden “normalen” Mann wie ein Stich ins Herz.
Jeder Versuch – an genau diesem Punkt – seine Angebetete zu bekehren und zurück zu holen schlägt dann meist fehl.

Aber warum?

Weil es einfach zu spät ist.

Fragen wie “Was habe ich gemacht?” oder “Was habe ich NICHT gemacht?” oft auch “Was habe ich falsch gemacht?” sind dann Phrasen, die einem für die nächste Beziehung helfen können.

Aber nicht für diese – diese ist passé.

Warum ich Ihnen das erzähle?

Nun, keine Angst, ich möchte Ihnen nicht meine Lebensgeschichte erzählen, in meiner persönlichen Beziehung ist alles in Ordnung, keine Sorge – toi toi toi.

Dieses Verhältnis Frau/Mann kann man doch sicherlich auch als Metapher sehen und bestimmt auf andere Bereiche übertragen.

Oder etwa nicht?

Ok, ein Beispiel.
Schauen wir ihn uns doch einmal genauer an – den exemplarischen Mann.

Stark, gutaussehend, erfolgreich …

Der Mann, als selbstverliebter Macho, der einfach alle Wünsche, Sehnsüchte und Bedürfnisse seiner Frau ignoriert. Der Mann, der Meister des Monologs, der jegliche Kommunikation auf eine einseitige Darstellung seiner Fähigkeiten beschränkt. Der Alleskönner, der gar nicht erst versucht seine Frau zu verstehen, der nicht in der Lage ist seine Frau dort abzuholen wo sie sich befindet: in einer anderen Welt.

Kommt Ihnen das bekannt vor?

Ich hoffe Sie haben sowas noch nicht allzu häufig erleben müssen.

Man kann genau dieses Verhalten auch auf das Geschäftsleben übertragen. Diese Art einer Beziehung Mann/Frau und die Beziehung Unternehmen/Kunde oder auch Werbetreibender/Kunde ist oftmals identisch.

Kundenwünsche werden ignoriert, Kommunikation wird einseitig betrieben, obwohl uns das Internet doch den Dialog quasi aufdrängt. Nie gab es mehr Möglichkeiten der Kundenbindung.

Gefällt das Ergebnis/das Produkt?
Ist der Service ok?
Was mache ich gar nicht, was kann ich besser machen, was mache ich falsch?

All dies aber bitte VOR der Scheidung und nicht erst dann, wenn es zu spät ist!
Dialog schaffen ist das Stichwort und zwar möglichst zu Beginn einer Beziehung.

Besser sogar DAVOR, um die Frau zu bezirzen. Dann aber nicht nachlassen und sich gehen lassen, sich nicht zur Zombie-Couch-Potato entwickeln. Weiterhin attraktiv sein, immer adrett und nett bleiben, den Kontakt suchen und wirklich Wünsche von den Augen ablesen.

Einfach mal wieder zurück zu den Wurzeln, zum “Der Kunde ist König!”.

Wenn Sie nun ein Beispiel möchten, dann schauen Sie sich folgendes Video an, es wird Ihnen nett gemacht die Augen öffnen.

In letzter Zeit habe ich viel mit so genannten (selbst ernannten?) “Experten” in diversen Onlineportalen diskutiert.

Es ging dabei um Grundsatzfragen, beispielsweise die Frage, ob kleine Unternehmen – mit einem kleinen regionalen Einzugsgebiet und nahezu 100%iger Stammkundschaft – überhaupt eine Webseite benötigen. Die Frage nach dem Nutzen von Social Media war da verständlicherweise nicht mehr wirklich relevant.

Nun habe ich zufällig ein Interview mit einer Person aus einer Branche gelesen, die ich auch in diese “Unternehmen mit regionaler Ausrichtung” einordnen würde: das Bankwesen.

Ja, ein Bänker erzählt etwas über die Nutzung der sozialen Netzwerke durch seine Volksbank Brühl.
Und siehe da – man hat auch dort erkannt: Social Media bedeutet Kommunikation, und nicht Vetrieb!
Wenn es noch Personen gibt, die nicht wissen wie man die sozialen Netzwerke für eine Interaktion mit Kunden und potenziellen Kunden nutzen kann, der sollte sich diesen Artikel unbedingt ansehen und lesen.

Mich persönlich freut es, dass immer mehr Branchen und Menschen den Nutzen und die Möglichkeiten der Social Media als strategisches Kommunikationsinstrument erkennen.

Selbst die Branchen, von denen man es im ersten Moment nicht erwarten würde, realisieren nach und nach die vielfältigen Möglichkeiten.

Sehr schön Herr Welter, weiter so!

Zum Interview.

Immer wieder gibt es witzige Videos in youtube und anderen Videoportalen zu sehen. Mal real, mal gefaked, mal von Amateuren, mal von Profis, für den privaten Lacher oder mit kommerziellem Hintergrund. Der Erfolg eines Videos ist dabei nicht immer abzuschätzen.

Die ersten Webseiten, die man mit Youtube machte, waren schon cool, denn für einzelne Menupunkte gab es immer neue Videos.

In der Form gibt es auch kommerzielle Videos, mal schlecht mal gut.

Eine wirklich gelungene und in meinen Augen absolut geniale Viralkampagne von Tippex findet Ihr hier:

Testet es mal aus, es gibt vieeeeele verschiedene Möglichkeiten. ;)

KLASSE!

Dieses Thema ist immer wieder ein Spagat für mich. Einerseits bin ich derjenige, der versuchen soll sich möglichst innovative Ideen für die Vermarktung auch von Sportclubs zu überlegen, andererseits bin ich der Traditionalist, der Fußballfan, der der kommerziellen Entwicklung im Profifußball kritisch gegenüber steht.

Ich habe mich seinerzeit bereits bzgl. der ESPRIT-Arena in Düsseldorf darüber amüsiert/pikiert/whatever, weil man es nötig hatte verschiedenfarbige, bunte Sitze zu verwenden, damit das 51.500 Zuschauer fassende Stadion nicht so leer aussieht, wenn im weiten Rund mal wieder weniger Zuschauer zugegen sind. Visuelle Manipulation könnte man sagen.

Der italienische Zweitligist Triestina hat nun aber den Vogel abgeschossen.

Angeblich um Betriebskosten zu sparen (jaja), hat man nur einen Teil der Tribünen der Nereo-Rocco-Arena für den Publikumsverkehr geöffnet. Ganze Sektoren wurden dann mit einem Tuch überspannt, auf dem Fanportraits aufgedruckt waren (!).

Aufgedruckte Fans ... traurig und peinlich Triestina!

Natürlich spart man gewisse Kosten, wenn man Tribünen nicht öffnet, ich denke aber eher, dass es an mangelndem Zuschauerzuspruch liegt, dass die Tribünen geschlossen wurden. Hinter vorgehaltener Hand ist das auch so der Tenor der italienischen Fanszene.

In naher Zukunft sollen die leeren Ränge der Arena mit Werbebotschaften überdeckt werden. Ist das nun eine gute Idee?
Ich persönlich würde eher dazu raten mit entsprechenden Maßnahmen die Zuschauer wieder ins Stadion zu holen, denn diese Art von Vermarktung würde in Deutschland wohl ins Gegenteil umschlagen. Der Club und dessen Fans würden mit Hohn und Spott übersäht.

Sollten also tatsächlich bald in der Nereo-Rocco-Arena auch die Fangesänge vom Band kommen?

Traurig für den Fußballfan.

PR ist ein probates Mittel um Unternehmen zu präsentieren. Wenn PR gut läuft, dann ggf. sogar effizienter als so manche Werbemaßnahme. Doch nicht nur gestandene Unternehmen und Unternehmer können oder sollten sich die Dienste einer PR-Agentur gönnen – nein, auch Gründer profitieren davon.

Da es aber immer wieder Mißverständnisse darüber gibt was eine PR-Agentur leisten kann oder leisten muß, gibt es einen sehr schönen Artikel von Tilo Bonow im Online-Magazin “Gründerszene”, der so manchem Unternehmer vielleicht einmal die Augen öffnet.

PR-Agenturen sind sinnvoll und wirksam – aber auch sie können nicht zaubern, wie es die Erfahrungen z.B. mit Sportvereinen dieser Welt zeigten.

Den Artikel findet Ihr hier.

Laut einer Studie des BSI (Brand Science Institute) ist ein Großteil der Kunden mit Social Media-Aktivitäten von Unternehmen unzufrieden.

Warum das so kann man nun bei den Netathleten und beim Blog von Isabella Mader, einer Social Media Expertin der Donau Uni Krems, nachlesen.

Interessant ist es allemal. Ich bin ja mittlerweile nicht mehr so verwöhnt und schon froh, wenn Unternehmen sich überhaupt dem Thema Social Media stellen und es nutzen.

Da sollte man einen gewissen Lernprozeß schon zubilligen.

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