PR ist ein probates Mittel um Unternehmen zu präsentieren. Wenn PR gut läuft, dann ggf. sogar effizienter als so manche Werbemaßnahme. Doch nicht nur gestandene Unternehmen und Unternehmer können oder sollten sich die Dienste einer PR-Agentur gönnen – nein, auch Gründer profitieren davon.
Da es aber immer wieder Mißverständnisse darüber gibt was eine PR-Agentur leisten kann oder leisten muß, gibt es einen sehr schönen Artikel von Tilo Bonow im Online-Magazin “Gründerszene”, der so manchem Unternehmer vielleicht einmal die Augen öffnet.
PR-Agenturen sind sinnvoll und wirksam – aber auch sie können nicht zaubern, wie es die Erfahrungen z.B. mit Sportvereinen dieser Welt zeigten.
Interessant ist es allemal. Ich bin ja mittlerweile nicht mehr so verwöhnt und schon froh, wenn Unternehmen sich überhaupt dem Thema Social Media stellen und es nutzen.
Da sollte man einen gewissen Lernprozeß schon zubilligen.
Da hat Coca Cola doch mal wieder den Vogel abgeschossen. Klasse Aktion, bei der das reale Leben mit Facebook verknüpft wird.
In Israel veranstaltet Coca Cola jährlich eine Art Vergnügungspark mit verschiedenen Attraktionen, von der Wasserrutsche bis hin zur Massagebank. Jeder Besucher erhielt zu Beginn ein Armband, auf dem seine Facebook-Accountdaten gespeichert waren. Bei jeder Attraktion wurde ein Sensor aufgebaut, der einen “Gefällt mir” Button aktivierte, wenn der Besucher sein Armband davor hielt. In Echtzeit wurde diese Info dann an Facebook übertragen. Sogar Fotos etc. wurden gemacht. Aber seht Euch die Aktion einmal selbst an:
Früher einmal fand ich Radsport klasse. Zwar uninteressant für mich zu gucken, aber dennoch klasse. Warum? Nun, ich konnte und kann z.B. der Materialschlacht in der Formel 1 nichts abgewinnen. Für mich ist Sport immer damit verbunden, dass man die Sportgeräte aus eigener Kraft bewegt. Auch wenn ich den Aufschrei der Formel 1- Fans nun bereits erahnen kann – sicherlich ist dieser Sport für die Fahrer auch körperlich höchst anstrengend, ich aber setze da andere Bewertungskriterien für mich an.
Ich habe die Drahteseltreiber immer bewundert, wie sie beispielsweise die Bergstrecken der Tour de France hochgeackert sind. Hier im norddeutschen Flachland ist ja bereits das fahrradeske Erklimmen eines Deiches zu vergleichen mit einer Pyrenäen-Etappe.
Radsport war für mich immer ein ehrlicher und harter Sport.
Diese Bewunderung der sportlichen Leistungen ist allerdings einem absoluten “ist mir doch egal” gewichen.
Schlimm finde ich, dass die Dopingskandale der letzten Jahre im Radsport ganze Generationen von Erfolgen in Frage stellen.
Was ich aber noch schlimmer finde, das ist die anhaltende Dummheit der Fahrer. Ich entschuldige mich für diese verbale Entgleisung, aber anders ist es wohl nicht zu bewerten und zu benennen. Ich meine ein Sport, in dem es so viele Skandale innerhalb kürzester Zeit gab – und die Fahrer dopen immer noch fleissig weiter. Wohlwissend, dass ein ganzer Sport unter besonderer Beobachtung steht.
Man stelle sich vor, ein holländischer Grenzübergang wird vermehrt kontrolliert und es werden eben dort vermehrt Drogen gefunden und konfisziert. Wer wird denn dann über diesen Grenzübergang weiterhin Drogen schmuggeln?
Man vermutet sicherlich eher die nicht so ganz hellen Subjekte der kriminellen Gesellschaft, oder?
Milram (Nordmilch) zieht sich nun vom Radsport zurück. Offiziell mit der Begründung, dass die Marketingziele erreicht wurden und kein Engagement mehr in diesem Bereich notwendig wäre. Es gibt aber hinter vorgehaltener Hand anscheinend auch andere Beweggründe.
Letztlich wird der Doping-Pool Radsport mit seinem immer unglaubwürdigeren Auswüchsen und einem wachsenden Nagativimage selbst dafür verantwortlich sein, dass sich immer mehr Sponsoren distanzieren.
Mir tut es für die ehrlichen und hart für den Erfolg arbeitenden Fahrer im Radsport leid, die unter dem Verfall der Sportethik einiger Rad”sportler” zu leiden haben.
Ich jedenfalls muß in den nächsten Jahren erst einmal wieder davon überzeugt werden, dass man “ehrliche Arbeit” im Radsport abliefert, bevor ich wieder so etwas wie Bewunderung empfinde. Da schaue ich mir lieber den Sechstagemarathon im Hallenhalma an oder die Murmelmeisterschaften im Murmelstadion zu Jennelt/Uttum.
Die Frage hätte ich mir auch gestellt, wenn ich nicht am Mittwoch mit meinem Sohnemann im Kino gewesen wäre.
Marmaduke heißt der Streifen und dieser hat letztlich tatsächlich mit Social Media zu tun.
Ich möchte keine Filmkritik schreiben – wobei der Streifen für Hundeliebhaber und Kids mit Sinn für coole Sprüche wirklich lustig ist.
Um Euch kurz im Bilde zu halten ein kleiner Handlungsabriss.
Eine Familie lebt in Cansas, zusammen mit der dänischen Dogge Marmaduke. Papa ist Marketing-Fuzzy (eigentlich eher Werbedesigner) in der Tierbranche. Er bekommt das Angebot eines Fastmarktführers für Bio-Hundefutter in Californien zu arbeiten und zieht sein Ding durch, meint Umzug und angenommene Stelle. Dies macht er allerdings, ohne seine Kinder zu fragen. Wie es komemn muß sind Hund, Sohn und Tochter letztlich unglücklich in Californien und Papas Ideen kommen in seiner neuen Firma auch nicht so gut an. Am Ende rettet Papa lieber seinen Hund als zu einer Firmenpräsentation zu gehen – und wird gefeuert.
Nun kommen die Social Media ins Spiel. Papa Phil hat zwar die Präsentation versaut und der Deal seines (jetzt Ex-)Arbeitgebers mit einem potenziellen Partner ist dadurch geplatzt, aber seine Hunderettungsaktion wurde von neuen Freunden seines Sohnes mit einer Cam aufgenommen und bei Youtube platziert. Das Video hatte ratz fatz über 600.000 Klicks und damit ist der Deal seines (nun wieder) Arbeitgebers doch noch geglückt.
Also liebe Unternehmer und Werbefuzzies: Social Media Integration ins Marketing lohnt sich tatsächlich. Auch wenn es sich hier nur um ein fiktives Hollywoodszenario handelt, so könnte ein ähnlicher Fall durchaus in der Realität vorkommen.
Wenn man einmal sein Umfeld fragt, wie es denn so über den Golfsport denkt, so denken nicht wenige Menschen an alte Leute mit Langeweile. Alte Leute, die in ihrem Leben viel Geld verdient haben und dieses nun in ihr Hobby investieren, damit sie nicht von allen vergessen auf ihrem Sofa darben.
In den USA ist Golf allerdings bereits ein Sport, der so populär wie bei uns der Fußball ist.
Der Golfsport wird sicherlich in Deutschland noch lange einen Hauch von elitärem Ballschlagen haben, dennoch widmen sich immer mehr Golfanlagenbetreiber der Philosophie: Golf ist ein Sport für Jedermann.
An der Nordseeküste ist vor einigen Monaten eine Golfanlage entstanden, die so gelegen ihresgleichen sucht: die Golfanlage Schloß Lütetsburg. Himmlisch verführerisch an einem der schönsten privaten Parks Norddeutschlands gelegen, nur fünf Minuten vom Hafen in Norddeich entfernt, golft man hier am Rande eines Landschaftsgartens mit europaweitem Seltenheitswert vor der Kulisse eines charmanten Schloss-Ensembles aus dem 16. Jahrhundert.
Speziell für Unternehmen, die sich Unternehmern und Privatpersonen werbewirksam präsentieren möchten, ist die Golfanlage eine echte Chance. Nicht zuletzt die Golfer unter den 1,4 Mio. Ostfrieslandurlauber aus ganz Deutschland (und vornehmlich dem Ruhrgebiet) sind ein wirklich spannendes und lohnenswertes Klientel, das sich gern mit dezent gestalteter Werbung vom Arzt (im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten) über die Genußmittelindustrie bis hin zum Versicherungsunternehmen umwerben läßt. Das sich dort bildende Netzwerk an Unternehme(r)n ist ein echter Anreiz, denn hier werden sicherlich einige sinnvolle und fruchtbare (Geschäfts-)Kontakte geknüpft.
Der Golfclub in Lütetsburg hat den Anspruch und die Philosophie, dass jedermann Golf spielen sollte – gleich ob alt, jung, arm oder reich, Cabrio- oder Motorradfahrer, Klassik- oder Rockliebhaber. Auch dieser Anspruch birgt für Werbekunden ein hohes Potenzial, denn es kommen auch Personen mit Werbung in Kontakt, die man ggf. anderorts in der Form nicht erreichen würde. Auch die Möglichkeit eigene Turniere zu veranstalten ist ein großes Plus. Wie wäre es z.B. mit einem Kinder-Golfturnier, das von Schokoladenherstellern durchgeführt wird?
Ich selbst war bereits mehrfach auf der Anlage und kann einen Besuch nur empfehlen.
Eigentlich möchten wir in unserem Blog ja Themen ansprechen, die sich rund um das Thema Marketing und Kommunikation drehen.
Zuletzt bekam der Profisport mit seinen Legionärs-Attituden ein wenig Breitseite von mir. Das es auch anders geht habe ich auch bereits angemerkt.
Das es aber Menschen gibt, die sich komplett der Wohlätigkeit widmen und kein eigenes verdientes Profieinkommen für sich behalten – ja sogar aus Gründen der Wohltätigkeit selbst in Geldnot geraten – daüber habe ich noch nicht geschrieben.
Wie auch? Ich wußte bis vor kurzem selbst nichts von Manute Bol. Vielen Dank an Oggy dafür, daß er diesen Mann und seine Lebensgeschichte vorstellte – und mir so den Einblick in das Leben eines der wohl unglaublichsten Profiathleten ermöglichte.
Das schreibt Wikipedia über Bol:
“Manute Bol (* 16. Oktober 1962 in Gogrial, Sudan; † 19. Juni 2010 in Charlottesville, Virginia) war ein Basketballspieler aus dem Sudan, der bei den Washington Bullets, Golden State Warriors, Philadelphia 76ers und Miami Heat in der NBA spielte. Der 2,31 Meter große Bol spielte die Position des Centers und war neben Gheorghe Mureşan der größte Spieler der NBA-Geschichte. Im Gegensatz zu jenem war seine Größe aber nicht das Resultat einer Wachstumsstörung. Er gehörte zur ethnischen Gruppe der Dinka.”
Diese Story brachte also der Berliner Kurier über Bol:
Dies ist die Geschichte eines Sportlers namens Manute Bol. Klar, dass Sie jetzt die Stirn runzeln. Höchstwahrscheinlich kennen Sie Manute Bol nicht, weder seine Herkunft als Stammeskrieger der Dinka noch seine Karriere als Basketballer in der besten Liga der Welt noch sein Leben als Wohltäter für ein gottverdammtes Fleckchen Erde namens Sudan. Sie sind hier hängen geblieben, weil die Fotos so außergewöhnlich sind. Und wollen jetzt weiterblättern. Tun Sie’s nicht. Sie verpassen sonst die Geschichte über einen der faszinierendsten Athleten auf diesem Planeten. Eine Geschichte, die leider kein Happy-end hat. Denn manchmal ist das Leben ein echtes Arschloch.
Der beste Start in diese Geschichte ist die unvorstellbare Größe von Manute Bol. Was man halt auf den ersten Blick an Größe sieht. 2,31 Meter. 231 Zentimeter. 29 Zentimeter größer als Vitali Klitschko. Und der ist verdammt groß. Aber erst, wenn Sie Vitali Klitschko einen Fußball auf den Kopf gelegt und darauf einen Trinkbecher gestellt und das Ganze überlebt haben, kriegen Sie eine Vorstellung, wie groß Manute Bol war.
2,31 Meter. Der größte Spieler, der je in der nordamerikanischen Profiliga NBA Basketball spielte. Aber nicht als Freak, sondern als gefeierter, geliebter, gefürchteter Player. Player, das heißt Spieler. Der – auf Einsatzminuten umgerechnet – mehr Würfe abblockte als jeder andere NBA-Star. Aber auch als Entertainer glänzte. Die größte Show unterm Korb. Genau das war Manute Bol.
Woody Allen war ein glühender Manute-Bol-Fan
Als er gegen Michael Jordan spielte, den besten Basketballer aller Zeiten, wurde er gefragt, ob er Angst habe. Denn Jordans Spezialität war, den Ball von oben in den Korb zu donnern. Dunk nennt man das.
Demütigung nennt man es, wenn es einem 2,31-Meter-Riesen passiert. Manute Bol antwortete: „Fragt Michael Jordan, ob er schon mal einen Löwen mit einem Speer getötet hat!“
Das hatte der junge Dinka-Krieger Manute getan, als er in Teenagerjahren die Kuhherde seines Stammes bewachte. „Kühe sind das Leben bei uns zu Hause“, erklärte er cool. Jordan gelang kein Dunk gegen Bol. Natürlich nicht.
Schauen Sie sich einfach mal ein Manute-Bol-Video auf Youtube an. 231 Zentimeter. Aber nur knapp über 100 Kilo, vielleicht 105 oder 107. Hier spielte kein Koloss, sondern ein riesengroßer Junge, dessen Ruhm mit jedem geblock-ten gegnerischen Wurf wuchs. Und wuchs.
Woody Allen war ein glühender Manute-Bol-Fan. Allen huldigte dem jungen Mann, der ohne ein Wort Englisch zu können in die USA gekommen war, „um meinen Traum zu leben und um nie zu vergessen, woher ich komme“.
Woody Allen erzählte auch gerne Witze über Bol, wie zum Beispiel diesen: „Er ist so dünn, dass sein Team bei Auswärtsreisen gar keinen Flug für ihn bucht. Manute wird einfach in die Stadt des nächsten Gegners gefaxt.“
Er gab seinen ganzen Lohn dem Sudan
Aber Allen und andere Promis erkannten auch, dass sich hinter der Basketball-Besessenheit und dem Humor des Riesen auch ein ganz ernster Hintergrund verbarg.
„Es gibt Tausende Sportler, die wegen Drogen, Sex oder teuren Autos pleitegegangen sind“, schrieb ein US-Journalist, „Manute Bol ist wohl der einzige, der wegen Schulen, Kirchen und Kliniken Bankrott anmelden musste.“
Der größte Star des Sudan gab seinen ganzen Lohn als Basketballer einfach her. Geschätzte sechs Millionen Dollar. Für humanitäre Projekte im Sudan, diesen Höllenfleck der Erde. Seit 1983 herrscht dort Bürgerkrieg. Nachdem sich zuvor von 1955 bis 1972 Sudanesen gegenseitig abgeschlachtet hatten. Das Wort Darfur – die schlimmste Region im Sudan – ist längst ein Synonym für Völkermord, Trostlosigkeit und weltweiten Horror.
Mord und Totschlag. Muslims gegen Christen. Christen gegen Muslims. 3,5 Millionen Opfer laut Amnesty International. 3,5 Millionen – das ist Berlin!
Alleine in Bols Stamm gab es über 250 Hingemetzelte.
Vielleicht haben Sie es gerade überlesen. 250. Bürgerkriegstote. Im. Stamm. Von. Manute. Bol. Der. Christ. Ist. Und Muslims eigentlich abgrundtief hassen müsste.
Stattdessen war und ist eines seiner Projekte – neben der Hilfe für die Kindersoldaten „Alliance for the lost boys of Sudan“, neben der Stiftung „Sudan Sunrise“, neben seinen unermüdlichen Vermittlungsversuchen zwischen den Bürgerkriegsparteien – der Bau von Schulen, in denen muslimische und christliche Kinder gleichberechtigt unterrichtet werden. „Hass löst keine Probleme“, sagte der große, weise Krieger. „Wir müssen den Hass aus den Kindern nehmen, damit der Sudan eine Zukunft hat.“
Seine Krankheit holte er sich auf einer Hilfsmission
Dieser stolze Mann, der nie gebückt ging, weil er sich seiner Größe nicht schämte, sondern sie als „Geschenk Gottes“ sah, ordnete sein Leben der Rettung seines Heimatlandes unter. Als das Geld knapp wurde, verdingte er sich mehr oder weniger als Clown. Er war der weltgrößte Boxer – die 35000 Dollar Gage gingen komplett an eine seiner Stiftungen – , der weltgrößte Eishockey-Spieler und der weltgrößte Jockey.
Komisch: Kaum jemand lachte über Bol, wenn er sich so vorführen ließ. Weil jeder spürte, wie viel Würde und Ernst er dabei hatte. Und welch großes Ziel.
Sie haben bis hierhin durchgehalten? Haben weitergelesen, um Manute Bol ein bisschen näher kennenzulernen? Danke. Halten Sie bis zum Ende durch, auch wenn es kein Hollywood-Farbfilm-Happyend gibt. Oh, nein.
Vor ein paar Wochen ist Manute Bol, der große Mann mit dem Riesenherz, in Charlottesville (Virginia, USA) gestorben. Elendiglich verreckt an einer Krankheit, die Fetzen aus der Haut frisst, vor allem im Gesicht, so dass er einmal elf Tage lang nichts essen konnte. Eine Seuche, die Nerven und Blutbahnen zerstört und die ihn mit nur 47 Jahren das Leben kostete.
Geholt hat er sich die Krankheit im Sudan. Bei einer seiner Hilfsmissionen. Unfassbar unfair kann das Leben manchmal sein. Aber er sah das anders, kämpfte noch todgeweiht im Rollstuhl um Spenden.
Sein Sarg – eine Spezialanfertigung
Bei der Trauerfeier in der National Cathedral in der US-Hauptstadt Washington D. C. sprachen US-Senator Sam Brownback, der Botschafter des Sudans Dr. Akec Khoc Acieu, NBA-Vizepräsident Rory Sparrow, „Sudan Sunrise“-Geschäftsführer Pastor Tom Pritchard und Manutes Onkel Bol Bol Choi. Ihre Worte kamen von Herzen. Sie würdigten den „Giganten der Wohltätigkeit“, der „sein Leben für sein Land gegeben hat“. Und sie alle schworen, dass das Lebenswerk des Manute Bol weitergeführt wird.
Dann wurde der Sarg nach draußen getragen. Dieser Sarg. Eine Spezialanfertigung. So unvorstellbar lang.
Als er auf seine letzte Reise ging, um in seiner geliebten Heimat neben seinem Großvater beerdigt zu werden, wurde klar, wie groß die Lücke ist, die Manute Bol hinterlässt. Nicht nur im Sudan. Nicht nur im Sudan!
Hier ein Video von Manute Bol, dem König des Blocks.
Fußball ist heute ein Geschäft. Sehr zum Leidwesen der “echten” und traditionsbewußten Fußballfans. Matthew Bazell beschreibt beispielsweise in seinem Buch “The People’s Game?” (ISBN 978-3-9812649-6-8) seine Abkehr vom “modernen” Fußball. Er beschreibt, warum er vom Arsenal London Fan zum reinen Sympathiesanten abstieg, warum Eintrittspreise, Spielergehälter und sinkende Anzahl singender, feiernder Fußballfans ihm sein Hobby vermiest haben.
Tja, selbst in der 3. Liga gab es Zeiten, wo schon sehr gut verdienende Spieler boykottiert haben, weil sie mal einen Monat ihr Geld später oder mit Abzügen erhalten haben – der zahlungspflichtige Verein stand kurz vor dem Ruin, was die Spieler aber nicht interessierte.
Ist das alles also noch das, was man will? Ist das noch der ehrliche Fußballsport, den Uwe Seeler und Co. den vergangenen Generationen vorgelebt haben? Ist die Zeit, in der alleine ans Geld gedacht wird und der Sport mit all seinen wunderbaren Höhen und Tiefen nur noch zur Nebensache verkommt?
Nein. Es gibt auch heute noch rühmliche Ausnahmen.
Sami Khedira hat mich beispielsweise im Zuge der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika positiv überrascht. In einem Interview sagte er, dass es für ihn das Größte sei bei der WM für sein Land aufzulaufen. Er wisse nicht einmal was für Prämien für welche Plätze gezahlt würden. Ihm käme es nur darauf an, sportlich das Bestmögliche herauszuholen. Und zu guter letzt: er würde auch komplett ohne Prämienzahlungen für den DFB an der WM teilnehmen.
Sauber Sami, so will ich das hören!
Es gibt weitere positive Ausnahmen. So spielt z.B. die A-Jugendmannschaft des zuvor genannten Clubs aus Drittligazeiten in der Regionalliga Nord. Weite Fahrten und Spieler aus dem erweiterten Umland sorgen dafür, dass Kosten entstehen, die der recht klamme Club nicht immer aufbringen kann. So ist es die Konsequenz, dass die Spieler dieses Clubs ohne richtige Bezahlung dem Fußball nachgehen. “Ist doch selbstverständlich”, höre ich Euch nun raunen, “wir haben auch kein Geld in der Jugend erhalten!”
Sicherlich ist es für uns größtenteils noch selbstverständlich. Diese A-Jugend ist aber die einzige Mannschaft der Liga, in der die Spieler KEIN GELD erhalten. Auch das ist ein Zeichen für den Wandel des Fußballs in “modernere” Strukturen – ein fataler Weg meiner Meinung nach.
Nun werdet Ihr vielleicht sagen: “Ok, das ist ein Beispiel aus der Jugend, die Profis der Bundesligen sind nicht so zurückhaltend und bescheiden.”
Aber auch hier gab es in heutigen Gazetten eine sehr schöne Ausnahme zu lesen, den DSC Arminia Bielefeld.
Der jetzige 2. Ligist ist knapp bei Kasse, die Lizenz wurde nur unter allergrößten Anstrengungen ermöglicht. Spielraum für besondere Behandlungen der Profis gibt es also nicht. Trainingslager in Dubai oder sonstigen Orten der Welt mit erstklassigen 5*-Hotels sind unter den Umständen nicht machbar.
Damit aber die Mannschaft überhaupt in ein Trainingslager in Bad Füssing absolvieren kann, hat der neue Trainer Christian Ziege wohl in seine eigene Tasche gegriffen und einen fünfstelligen Betrag beigesteuert. Die Spieler haben zudem ihre Flugtickets selbst bezahlt.
Man sieht, der Fußball bietet auch traditionellen Schwarzmalern immer mal wieder das Gefühl der guten alten Zeit.
Ein Aufschrei ging durch die Bundesliga, als es hieß, dass Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne als erster Investor im Rahmen des Projekts Anstoß³ dem HSV einen (oder mehrere) Spieler finanzieren könnte. Nun ist es soweit, Kühne stellt dem HSV insgesamt 15 Mio Euro zur Verfügung und ist im Gegenzug am Transfererlös einiger Spieler beteiligt. Den HSV-Fans war diese Geschichte zutiefst suspekt und auch Bayern München Chef Rummenigge verhöhnte den HSV.
Sicherlich ist dieses Modell nicht sonderlich neu und hat in der Vergangenheit einige Probleme verursacht. Man muß nur mal die Bremer bzgl. der Personalie Carlos Alberto befragen. Aber, auch der 1. FC Kaiserslautern hat Transferrechte als Sicherheit für Darlehen abgegeben – Vorreiter gab es also bereits auch in Deutschland.
Die größte Angst ist hierbei die, dass man seine Unabhängigkeit verlieren könnte. Dass einem Club die Investoren in die Transferpolitik hineinreden könnten, dass Transfers ausschließlich aus Gründen der Wiederverkaufbarkeit getätigt werden, und nicht, weil man es sportlich für angemessen hält. Diese Angst ist mit Sicherheit nicht ganz unbegründet und würde aus Fansicht einen weiteren Schritt in die falsche Richtung bei der Entwicklung des modernen Fußballs bedeuten.
Nachdem “50+1″ erfolgreich verteidigt wurde befürchtet man nun einen “Angriff der Investoren” auf anderem Wege.
Aber das “Modell MSI” (MSI kaufte sich beim Club Corinthians ein, um dort immer wieder “Wirtschaftstransfers” tätigen zu können) wird es meiner Meinung nach in Deutschland nicht geben (können). Dafür reagieren DFB, DFL und auch die Verein zu allergisch auf den Begriff “Investor”. Das “Modell-Kühne” allerdings ist eine Light-Version und wird keine negativen Auswirkungen auf die Bundesliga, den HSV, seine Philosophie oder seine Fans haben. Solange es transparente Modelle gibt, bei denen Mitglieder und Funktionäre genau wissen, wie das Modell funktioniert, solange werden etliche Varianten solcher Modelle kommen und gehen.
Trotzdem sollte man immer Hinterfragen und nicht alles abnicken, dann klappt es auch mit dem Fußball.
Ich habe heute einen sehr interessanten Artikel und einen dazu geschriebenen User-Kommentar gelesen. Der Artikel mit dem Titel “Social media und Marketing – was tut der Mittelstand?” befindet sich hier: http://bit.ly/d4I87V und befasst sich mit einer Studie, ob und wieviele KMUs Social Media (hier vor allem Twitter) in der Region Ostwürttemberg nutzen oder nicht.
Interessant ist einmal die Feststellung, dass 59% von 250 befragten kleinen Unternehmen Twitter nicht kennen. 3% nutzen den Dienst nur, 89% planen den Einsatz nicht.
Eine Userin schrieb nunmehr einen Kommentar, der für mich etwas befremdlich ist. Sie outet sich als “großen Fan” von Social Media, schreibt aber auch, dass nicht zwingend jedes kleine Unternehmen auch etwas von der Nutzung hat – es sogar peinlich sein kann, wenn man es falsch nutzt. Insgesamt möchte ich der guten Frau ihre Meinung lassen, keine Frage.
Aber eine ihrer Aussagen stört mich dann doch etwas. Ich zitiere:”vielleicht sollte man sich mal überlegen auch kritisch drüber zu denken, es gibt auch unternehmen die sehr wohl noch immer ohne homepage auskommen.”
RUMMS!
Selbstverständlich gibt es diese Unternehmen. Aber: ist es wirklich im Unternehmenssinne sich auf Stammkunden und “machen wir schon immer so”-Handlungsweisen zu verlassen? Gerade in Zeiten, in denen Akquiseformen immer mehr restriktiert werden?
Ich merke es an mir selbst. Wenn ich etwas Neues suche, egal ob regional oder lokal, dann schaue ich im Netz nach, ob es eine Webseite gibt. Anbieter ohne Webseite fallen ganz aus meiner Entscheidung raus, Anbieter mit unzureichenden Informationen auf ihrer Webseite ebenfalls.
Sicherlich kommen manche Unternehmen auch ohne Webseite aus, aber im Zuge der globalen Angebote und Vergleichsmöglichkeiten werden diese Unternehmen irgendwann diesem Umstand Tribut zollen, da bin zumindest ich mir sicher. Gleiches gilt natürlich auch für Unternehmen, die zwar Webseite und E-Mail haben, aber auf Anfragen nicht reagieren, weil sie ihre Mailkonten nicht abfragen.
Letztlich geht es bei der Frage “Online” doch speziell für kleinere Unternehmen darum sich kostengünstig präsentieren zu können. Wer kann es sich denn leisten sich nur auf die herkömmliche Akquise zu verlassen? Wer kann sich denn teure Präsentationsunterlagen leisten, wenn es via www doch um einiges günstiger machbar ist? Ich denke kaum einer kann es sich wirklich leisten, von daher ist in meinen Augen für eine Unternehmen (gleich welcher Größe) eine Webseite heutzutage ein MUSS! Die Nutzung von Social Media wird an Wichtigkeit zunehmen und kann eine Onlinepräsenz stark unterstützen. Es kommt natürlich immer auf die Zielgruppen an, aber z.B. für Consumer-Produkte ist eine weitgestreute Onlinepräsenz innerhalb eines gut geplanten Onlinekonzepts kaum zu überbieten.
Die Zeit wird zeigen wer, warum und vor allem wie überlebt.