24.07.2009
Mundpropaganda und Internet
In vielen Agenturen sieht man sie, die Worte, die manchen wie Rätsel erscheinen: Buzz, Ambient, Ambush, Viral, Guerilla …
Da auch Privatpersonen unseren Blog besuchen, und wir immer mal wieder gefragt werden, was das denn nun alles überhaupt sei, möchte ich versuchen nur ein wenig Licht ins Dunkel bringen.
Generell dreht es sich bei den Worten um Marketing-Ansätze, die vor allem durch das Internet an Bedeutung gewonnen haben. Aber eins haben sie gemeinsam, denn sie zielen alle auf das ab, was wir früher einfach als Mundpropaganda bezeichneten. Jeder, der etwas Tolles erlebt hatte, ein Produkt gekauft hat und das super, einen Film gesehen, der unglaublich ergreifend war, ging zu seiner Familie, Freunden, Bekannten, Arbeits- oder Schulkameraden und erzählte es. Im besten Fall wurden dann gleiche Produkte gekauft, Filme angesehen, Erlebnisse geteilt. Vor der Zeit des Internets (ja liebe Kinder, diese gab es – und ich habe sie miterlebt) war das auf meist wenige Kontakte je Person beschränkt. Heute aber ist dieses Phänomen vielerleit multiplizierbar, denn jeder, der zum Internetjunkie mutiert ist, hat hunderte Mal mehr Möglichkeiten seine “Mundpropaganda” auszuweiten: durch E-Mails, Blogs, Videoportale, Diskussionsforen etc. pp. Und genau das machen sich die Firmen heute immer mehr zunutze.
Während z.B. auch kleinere Firmen versuchen mit Ambush-Marketing (auch oft verächtlich Schmarotzer- oder Parasitenmarketing genannt) Fremdereignisse für eigene Werbezwecke zu nutzen, so können gut organisierte Buzzmarketing-Aktivitäten ein enormes Werbepotenzial abrufen. Im Viralmarketing setzt man manchmal z.B. “nur” Videos in die einschlägigen Portale und man erhofft sich das entsprechende Schneeballsystem der Weiterleitung. Im Buzz-Marketing ist oft auch eine begleitende PR-Aktivität mit entsprechender medialen Berichterstattung von Belang, um die entsprechenden Wirkungen zu erzielen.
Generell kann man sagen, daß diese Instrumente von Unternehmen eingesetzt werden (sollten), die auch provokante und kontroverse Reaktionen in Kauf nehmen – um eine entsprechende mediale Wirkung und Mundpropaganda zu erhalten.
Du beachten ist, dass man zwischen der klassischen Empfehlung und Werbung noch immer unterscheiden sollte. Empfehlungsmarketing ist bestrebt konkrete Empfehlungen unter Freunden und Bekannten zu fördern. Virales Marketing ist meist nichts anderes als Werbung, die sich von selbst verbreitet. Es wird selten eine eindeutige Empfehlung gegeben. Vielmehr dient ein Trichter (z. B. ein Video) dazu, Werbung für das Unternehmen zu machen.