Archiv für das Tag 'Krisenmanagement'

Egg

Aber Herr Jauch

Kennen Sie „Wer wird Millionär“?

Sicherlich werden die Kommunikationsverantwortlichen demnächst verstärkt diese Sendung beobachten, denn was während der doppelstündigen Sendung am Montagabend passiert ist, wird viele Experten länger beschäftigen. Zumindest die zweier Automarken, die sicherlich den Sendungsnamen auf „An den Pranger“ ändern werden. Und warum das alles? Weil Seriosität gepaart mit etwas Witz und vor allem Authentizität des letzten Kandidaten nur die Probleme seines (Neu)-Wagens geschildert hat und er doch nun einen neuen haben möchte.

Und was macht Herr Jauch? Ganz einfach, bestärken. Auf lockere Art sagen: Nie wieder * bieeeep*, oder?

Glücklicherweise war der Abend mit 6,56 Millionen Zuschauern nicht der stärkste, aber wenn man bedenkt was einige Leute dafür ausgeben würden, um sovielen Menschen ins Bewusstsein zu rücken … Und das nachhaltig …

Tja, vielleicht entsteht hieraus ja mal wieder ein Beispiel exzellenter Krisenkommunikation.

Zu hoffen wäre es, zumindest für * bieeeep*.

Ach ja, und was war mit Automarke zwei? Nur der Wunsch des Kandidaten, diesen mit dem Gewinn zu kaufen. Bis hier nichts Schlimmes, doch der Nebensatz hatte es in sich: “Aber die Qualität soll ja auch nicht die beste sein” … (Sinngemäß).

Da fängt das Jahr doch gut an, oder?

Doch was nun? Heißt es handeln oder abwarten? Ich jedenfalls bin gespannt auf die neuen Absatzzahlen von *bieeeep* und *biep*.

Krisen! Für den einen täglich Brot, für den anderen ein Zustand, der schnellsten und ohne großen Aufsehen widerlegt werden muss. Krisen bestimmen den persönlichen Alltag wie auch den Alltag eines Unternehmens. Man könnte sogar sagen, dass Krisen ein integrativer Bestandteil sind. Gerade für die Medien sind Krisen, Katastrophen und Dramatische Ereignisse eben die Nachrichten, die sich gut und schnell verkaufen lassen. Es ist nun mal menschlicher Bestandteil, sich mehr für negative Dinge zu interessieren als sich den positiven zuzuwenden. Ein Business auf der einen Seite, das das Business auf der anderen Seite immensen Schaden zufügen, ja sogar existentiell bedrohen kann.

Wenn Krisen eintreten, werden diese als allererstes nach bestehenden Handlungsschematas abgearbeitet. Aussitzen ist sicherlich die gängigste und einfachste Möglichkeit, sich passiv gegen Krisen zu wehren. Bei kleineren Ereignissen auch meistens Erfolgversprechend, da keine größeren Handlungen an die Entscheidungen und den Ausgang der Krise gelegt werden.

Werden die Krisen außergewöhnlicher, so wird auch das Interesse größer. In  den meisten Fällen greift nun ein Krisenmanagement, was sich mit der Bewältigung der Krise und dem beseitigen der Krisenursachen auseinandersetzt. Ein Prozess, der immer aktiv erfolgen sollte und nicht reaktiv erscheinen darf. Doch wird hier meist der Focus auch nur auf die Bewältigungsarbeit gelegt und eine aktive Kommunikationsarbeit eher ad Acta gelegt. Getreu dem Motto: „Reden ist silber, schweigen ist Gold.“ Doch die Erfahrungen zeigen auf, dass gerade in Krisensituationen dieses Motto eher zu „Katzengold“ führt. Denn Krisenmanagement und Krisenkommunikation müssen so verzahnt sein, dass die Kommunikationsarbeit in einer Krise durch Dialogische Informationen ein Vertrauensverhältnis (Akzeptanz/Glaubwürdigkeit) für die Bewältigung der Krise schafft.  Eine Maßnahme die ebenfalls aktiv erfolgen muss, d.h. nicht reagieren, sondern agieren.

Doch das größte Problem für die Krisenkommunikation besteht meist in der Notwendigkeit. Sofern keine Krise da ist, benötigen wir eben auch keine Krisenkommunikation. Oder anders gesagt, wo keine Sturmflut ist, braucht man auch keine Deiche. Aber es ist, wie es ist… Immer getreu dem Motto: Das passiert eh nur bei den anderen! Fakt ist jedoch, dass sich Präventionsarbeit bezahlt macht, vor allem dann, wenn man sie benötigt. Und wenn man sie nicht einsetzen muss, sollte man glücklich sein. Der Schlaf dankt es einem.

Blog Top Liste - by TopBlogs.de