Archiv für das Tag 'Unternehmenskommunikation'

Egg

Legenden in Social Media

Vielleicht kennen Sie das auch. Um den Hype der Social Media entwicklen sich schnell Mythen und Legenden, und nur selten können die “Newbies” sich diesen entziehen. Klaus-Dieter Knoll macht einen Anfang und räumt mit drei großen Mythen auf, die sich seit Anbeginn als solche manifestiert haben in der Social Media Welt.

Wer kennt sie auch nicht…

Mythos 1: Emails sind tot.

Wirklich? Hat man dies nicht auch schon mal von der Briefpost gesagt? Und wieviel werden heute noch täglich verschickt? Mehr als wir denken. Emails haben sich den Platz in der täglichen Kommunikation auf Jahre gesichert. Selbst heute gibt es immer noch Menschen, die dieser Kommunikationsmöglichkeit entsagen – und dann sollll man sie schon für tot erklären? Ich denke nicht. Vor allem steckt die Kommunikation im Social Media Bereich oftmals noch in den Kinderschuhen. Seien es Statusanzeigen in Facebook, der Buschfunk in der VZ-Familie oder auch die 140 Zeichen in Twitter. Alles Kommunikationssysteme, die heutzutage vielfach genutzt werden. Doch bis jetzt ist diese Nutzergruppe recht homogen und stellt sicherlich noch keine Gesamtheit dar.

Viel eher noch geht gerade von diesen Kommunikationssystemen eine regelrechte Gefahr aus, denn jeder wird dort zu seinem eigenen Autor. Krisen sind vorprogrammiert, der von “Domino Pizza” ist bestimmt nicht der letzte große Fall gewesen.

Mythos 2: Unternehmen(r) müssen bloggen.

Wenn das Thema, das Umfeld und das Produkt selber zum bloggen passen, dann ist dies sicherlich eine Option. Mehr aber nicht. Es muss passen, damit das ganze ohne Streuverluste in das Gesamtpaket integriert werden kann. Ein Blog einzurichten geht heute schneller als ein vernünftiges 3-Gänge-Menü zuzubereiten. Doch was dann kommt, ist die eigentliche Herausforderung an einem Blog. Inhalte.

Die meisten Blogs verlieren dann an Attraktivität, wenn Sie nicht mehr regelmäßig gepflegt werden und die letzten Blogeinträge ein Datum preisgeben, das nach gefühlter Onlinezeit eine vorherige Generation darstellt. Kontinuität ist hier sicherlich ein Stichwort, das Blogs benötigen, um auch eine echte Informationsquelle für seine anvisierte Zielgruppe zu bieten. Doch wie gesagt, nur das Gesamtpaket kann ein nachhaltiges Unternehmensimage erzeugen. Ein Blog ist dabei nur ein kleiner Baustein in einer Matrix von Instrumenten der Unternehmenskommunikation.

Mythos 3: “Viral” ist gleichbeteutend mit Erfolg.

Stimmt. Ich produziere da schnell mal ein “Viral”, lade das auf youtube hoch und eine Woche später kennt jeder dieses Video … Schön, wenn es so einfach wäre, oder? Doch gehören zur Produktion der Virals, wie zu jeder anderen Kampagne auch, operationalisierende Taktiken, die durch eine Strategie Zusammenhänge erklären können/müssen. Sehr gute und vor allem nachhaltige “Virals”, wie die der Telekom-Flashmobs oder auch die anderer großen Marken, zeigen es auf. Es geht. Auch nachhaltig. “Self-made” Virals hingegen erfüllen sicherlich für einen Moment den Hypeanspruch, verpuffen danach aber genauso schnell, wie sie gekommen sind. Also Viral + billig = Erfolg ist leider in den wenigsten Fällen umzusetzen. Will man eine erfolgreiche Produktion, muss man eben auch in qualitative Maßnahmen investieren.

Und hier geht es zum Blogeintrag von Klaus-Dieter Knoll…

Ich habe bereits die Defizite von Unternehmen im Bereich der Onlinedarstellung angesprochen. Ich muß darauf nun doch noch einmal eingehen, weil es mir einfach nicht in den Kopf will, was ich manchmal online sehe. Unternehmen, auch große Mittelständler mit Tochterunternehmen, haben oftmals eine kaum erkennbare oder eben gar keine CI. Warum? Keinen Bock auf Markenbildung und Wiedererkennungswert? Oder werden andere Märkte und Regionen für wichtiger angesehen? Merkwürdig wenn man sieht, dass es Unternehmen gibt, die sich auf Messen pompös präsentieren und man dort richtig in die Vollen geht – während Webseiten und andere Mittel der Außendarstellung ein Kleinunternehmen vermuten lassen.

Ich stelle mir den Unternehmer vor, der solche Großunternehmen auf Messen kennen lernt und sich dann im Internet weitere Informationen holen will. Das muß einem Kulturschock gleichkommen. Wenn wenigstens die dargestellten Inhalte auf den Länderseiten identisch (schlecht) wären, dann könnte man zumindest vermuten, dass es so etwas wie eine Corporate Identity gibt – Fehlanzeige. Selbst die Länderseiten werden mit anderen Designs und sogar andersartigen Firmenlogos (!) versehen online gestellt.

Ich möchte an dieser Stelle ein zweites Mal mit dem Kopf schütteln und verspreche nun hoch und heilig: ich werde dieses Thema so schnell nicht wieder ansprechen.

Wir denken grade ernsthaft darüber nach, ob wir einen Award für die schlechteste Webseite, bzw. die schlechteste Außendarstellung vergeben sollen.

15 Millionen Nutzer. Mit dieser Zahl wirbt die Social Media Plattform “MeinVZ” um den Holtzbrinck-Verlag seit Anfang der Woche auf seiner Seite. Ein Grandioser Wert, bezieht man diesen auf die deutsche Gesamtbevölkerung. Mit dem Social Media Portal werden mehr Menschen erreicht, als die heutigen „Wetten dass?!“ Sendungen. Gerne erinnere ich mich auch noch daran, wie montags in der Firma über diese Samstagabendshow philosophiert wurde. Früher. Man hatte den Stoff, aus dem die so genannten Smalltalks entstehen.

Und heute? Heute kommt der Stoff für Gerüchte, Klatsch und Tratsch vorzugsweise aus dem Internet und somit den Social Media Portalen. Jeder, der ein Profil in den vielfachen Foren, Portalen und Diensten hat, kann seiner Umwelt mitteilen, was er mitzuteilen hat. Oftmals geht der „Schuß“ auch gerne mal nach hinten los. Ganz aktuell ist hier sicherlich die vorschnelle Verbreitung von Wahlprognosen über Twitter zu nennen. Doch erinnern wir uns auch an das Desaster einer amerikanischen Pizzakette, dessen Existenz durch eine Veröffentlichung eines Videos durch Angestellte bedroht wurde. Oder auch der missglückte Versuch von Angestellten, ihren Unmut über den Vorgesetzten auf ihrem Profil kund zu tun. Pech ist nur, wenn man diesen auch in seiner Freundesliste hat. Der Zugang zur Verbreitung ist einfacher geworden. Viel einfacher.

Das Individuum an sich hat heute die Möglichkeit, Massen im übertragenen Sinne zu bewegen. Was früher nur wenigen Vorbehalten war, ist heutzutage jedem zugänglich. Jeder wird zum Verleger seines Lebens. Doch besteht das Leben nicht nur aus Freizeit, sondern auch zu einem großen Teil aus Arbeit. Ein Schnittpunkt, der vor allem in das Interesse der Unternehmenskommunikation rückt – oder besser: rücken sollte. Denn plötzlich wird der einzelne Mitarbeiter zu einem Akteur in der Kommunikationsmatrix, und dies meist völlig unwissend. Die oben erwähnten Skandale und daraus resultierenden Krisen entstehen oft nicht mutwillig, sonder eher aus Unwissenheit. Unwissenheit, was Social Media bewirken kann und wie es überhaupt funktioniert. Viele Unternehmen im amerikanischen Bereich haben diese Gefahr bereits für sich erkannt und geben über Guidelines (hier eine kleine Auswahl) Richtlinien und Anweisungen, wie sich die Angestellten im Social Web bewegen können. Aufklärungsarbeit, um zukünftige Skandale zu verhindern und den Akteur nach Erving Goffman´s Verständnis und aus Sicht des Unternehmens wieder auf der Hinterbühne und nicht auf der Vorderbühne zu platzieren.

Blog Top Liste - by TopBlogs.de